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Kritik der Gleichheit - Inklusion und Integration als Postulat der Gerechtigkeit

Published in:Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede: Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München. Teilbd. 1 und 2
VerfasserIn:Dux, Günter
Herausgebendes Organ:Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Year of Publication: 2006
Publisher: Campus Verl. (Frankfurt am Main)
Language: German
Online Access: SSOAR
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Additional details of publication


Further titles: Criticism of equality - inclusion and integration as a postulate of justice
Publication Type: Article, Chapter, etc., Electronic
Abstract:
"Drei Probleme der Gleichheit/ Ungleichheitsproblematik sind es, die zum Schlussthematisch werden sollen: das begründungstheoretische, das gesellschaftstheoretische und das praktisch-politische Problem. Begründungstheoretisch wird Gleichheit auch noch im philosophischen Verständnis der Gegenwart als ein transzendental vorgegebenes kulturelles Prinzip verstanden, das als Grundlagentheorem der gesellschaftlichen Verfassung fungiert. Soziologisch erscheint das transzendentale Begründungstheorem deshalb problematisch, weil es im konstruktiven Verständnis derModerne nicht möglich ist, dem Bildungsprozess der Gesellschaft ein kulturelles Apriori vorweg gelegen sein zu lassen. Im soziologischen Verständnis der Modernemuss sich auch das Sollen konstruktiv aus den Bedingungen im Aufbau sozialer Systemebilden. Das ist das eine Problem, das thematisiert werden muss. Das andere istihm eng verbunden und rührt an das Grundverständnis der Gesellschaft. Wenn manGesellschaft als das Netzwerk der Handlungen und Kommunikationen versteht, durch die die Menschen in den Praxisformen ihres Daseins verbunden sind, dann bestimmt sich die Gesellschaft als Marktgesellschaft nicht über die lebensweltlichen Bezüge, sondern durch die Bedingungen der Vernetzung über den Markt. Und die sind auf eine positionale Ungleichheit festgelegt. Die Konsequenzen für die normative Verfassung sollen als zweites thematisch werden. Unter einem konstruktivistischen Verständnis auch der Normativität stellt sich schließlich das Problem, wie das, was als Sollen an die Politik adressiert wird, normative Geltung erlangt. Manwird annehmen müssen, dass als Sollen in der Moderne nur Anerkennung findet, wofür eine praktische Vernunft in Anspruch genommen werden kann. Unter dieser Prämisse aber wird die normative Geltungsproblematik von Gleichheit zu einer Frageder Repräsentanz der Interessen im politischen System. Das ist das dritte Problem, das thematisch werden muss." (Autorenreferat)
ISBN: 3-593-37887-6